ICH BESTÄTIGE MINDESTENS 18 JAHRE ALT ZU SEIN.

Durch Klicken der Eingabetaste erklären Sie sich mit den Cookie- und Datenschutzrichtlinien dieser Website einverstanden. Lesen Sie unsere Richtlinien für weitere Informationen: Datenschutz Cookies

JA NEIN


Remo Vicere

Am 08. März 2022 in Brauen

warum frauen das bessere bier brauen

Unsere Brauerin Céline Schönbächler weiss, wie gutes Bier schmecken muss. So bietet sich der internationale Weltfrauentag am 8. März erst recht dafür an, mit einem ihrer Biere anzustossen.


wissenschaftlich bestätigt

Wer versteht mehr von Bier: Männer oder Frauen? Auch wenn die Antwort viele Männer schmerzen wird, spricht wissenschaftlich gesehen alles für die Frauen. Sie besitzen nämlich den feineren Geruchssinn, wie Forscherinnen und Forscher dargelegt haben. Dies liegt an der Anzahl Zellen und Neuronen im sogenannten Riechkolben. Vereinfacht gesagt ist der Geruchssinn von Frauen fast doppelt so gut wie der von Männern!

Und was hat das alles mit Bier zu tun?

Fragen wir doch einfach Céline Schönbächler, die seit drei Jahren als Brauerin bei uns arbeitet. Die 23-Jährige ist eine der wenigen Bierbrauerinnen der Schweiz – und war in ihrem Betrieb die erste Frau ihrer Zunft. Sie sagt: «Ein guter Geruchs- und Geschmackssinn ist beim Bierbrauen eine der wichtigsten Anforderungen. Nur so kann man die Qualität zuverlässig überprüfen.» Selbst die modernste Technik kann die Sensorik eines Menschen nicht ersetzen – erst recht nicht, wenn es sich bei der Person um eine Frau handelt.

Celine1

und wusstest du, dass frauen das bierbrauen sozusagen erfunden haben?

«Bierbrauen war in frühen Zeiten eine Kompetenz der Frauen», sagt Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauereiverbandes. Über Jahrtausende gehörte es wie das Brotbacken zu den ganz normalen Haushaltstätigkeiten. Wenn Frauen in alten Zeiten heirateten, brachten sie fast immer einen Braukessel als Mitgift in die Ehe ein. «Sogar das berühmte Kaffeekränzchen war früher eigentlich ein Bierkränzchen. Die Frauen sassen nach dem Brauen beisammen und gönnten sich das eine oder andere Bier», weiss Céline.

Männer widmeten sich nur dort dem Brauen, wo es keine Frauen gab: In den Klöstern. Deshalb gibt es auch so viele Namen von Brauereien, die nach einem Kloster oder christlichen Orden benannt sind. Erst im 15. Jahrhundert begannen Männer auch ausserhalb der Klostermauern mit der Herstellung ihres Lieblingsgetränks. Dieses war allerdings nicht nur bei ihnen sehr populär. Weil Wasser in früheren Zeiten meist verunreinigt war und Krankheiten auslösen konnte, tranken beide Geschlechter und sogar die Kinder mit Vorliebe das in aller Regel keimfreie Bier.

frauen sind experimentierfreudig

Erst im 20. Jahrhundert bekam Bier den Ruf eines Männergetränkes. Glücklicherweise hielt dies nicht allzu lange an. Heute sind es längst nicht mehr nur Männer, die sich mit dem Getränk aus Hopfen und Malz erfrischen. Machte Bier unter den alkoholischen Getränken, die Frauen in der Schweiz konsumieren, um die Jahrtausendwende noch deutlich unter 20 Prozent aus, sind es heute fast 30 Prozent. «Vor diesem Hintergrund wäre es mehr als wünschenswert, wenn Frau den Beruf des Bierbrauens wiederentdeckt. Die Brauereitüren stehen weit offen», so Marcel Kreber.

Für die Biervielfalt wäre es jedenfalls eine Bereicherung, gäbe es mehr Brauerinnen. Denn Studien zeigen, dass Frauen sowohl beim Trinken als auch beim Brauen experimentierfreudiger sind, als Männer. Auch Céline mag es gerne abwechslungsreich: «Ich trinke gerne ein Dunkles zum Dessert, ein Lager beim Grillieren und immer wieder mal ein Amber», sagt sie. Und hat auch schon Pläne für die Zukunft: «Die Biersommelier-Ausbildung möchte ich sicher noch absolvieren.»

Zum Wohl. Remo.

Wie findest du diesen Artikel

Ziehen und loslassen um eine Bewertung abzugeben.