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Remo Viceré

Am 13. Mai 2021 in Wissen

warum bier alle sinne anpsricht

In der letzten Folge unseres Braublogs habe ich von unserem Biersommelier Martin Wyss gelernt, wie man richtig degustiert. Zeit, das Gelernte anzuwenden. Und was liegt näher, als dafür mein absolutes Lieblingsbier auszuwählen: das «Heitere Kloster».



der stern weist den weg

Böse Zungen behaupten, ich bade manchmal sogar in diesem Naturtrüben von Eichhof. So weit gehe meine Liebe. Das kann ich allerdings nicht bestätigen. Auch den oft gehörten Beauty-Tipp, sich die Haare mit Bier zu waschen, würde ich nie befolgen – zumindest nicht mit einem «Kloster». Dafür ist es mir viel zu schade. Aber ja, ich kenne es sehr gut. Umso gespannter bin ich, es einmal nach den Degustationsregeln von einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dafür verwende ich unseren Degustationsstern. Somit verpasse ich keinen Schritt und kann meine Notizen zu jedem Zacken aufnotieren. Los geht's!

1. Das Ohr

Meine Flasche «Heiteres Kloster» hole ich direkt aus dem Kühlschrank im Schalander der Brauerei Eichhof. Viel frischer geht es nicht. Darum erstaunt es nicht, dass das Zischen beim Öffnen sehr deutlich ausgeprägt ist, was mir sagt, dass der Kronkorken wie erwartet absolut dichtgehalten hat.

2. Das Auge

Wie die Etikette schon sagt, handelt es sich beim «Heiteren Kloster» um ein naturtrübes, also ungefiltertes Bier. Dies zeigt sich schon deutlich beim Einschenken. Natürlich benutze ich ein Degustationsglas. Gegen das Licht zeigt sich, dass die Partikel mässig dicht, jedoch sehr fein verteilt sind. Es gibt keinen Satz, was auf die erst vor Kurzem erfolgte Abfüllung zurückzuführen ist. Die Farbe ist gold- bis dunkelgelb und der Schaum schneeweiss, äusserst feinporig, und er hält sich sehr lange. Ein kurzer Griff an den Bauch des Glases, und ich beschliesse, mein «Kloster» noch ein paar Minuten Temperatur annehmen zu lassen.


20210408 Eichhof OMP 086

3. Die Nase

Es sind 10 Minuten verstrichen, und der Schaum hält sich immer noch. Bei den meisten Menschen ist übrigens die eine Seite der Nase besser empfänglich für flüchtige Aromen, als die andere. Bei mir ist es die linke. Als erstes fällt mir die deutliche Hefenote auf. Ich nehme eine Zitrusnote wahr, aber auch einen Hauch von weissem Pfirsich. Erst danach kommt das Malz durch: ein leichter Duft nach frischem Brot, aber auch dieser ist sehr dezent. Das «Heitere Kloster» wird übrigens mit einem Drittel Weizenmalz gebraut. Ist es dieser, den ich herauszuriechen glaube? Hopfenaromen hingegen kann ich keine erkennen

20210408 Eichhof OMP 087

4. Der Antrunk

Aufgrund der Nase erwarte ich ein vollmundig-fruchtiges, leicht süssliches Bier. Wie gelernt lasse ich es nun über die ganze Zunge fliessen. Und tatsächlich: Sofort reagiert die Zungenspitze auf die leichte Malzsüsse. Aber auch eine leichte Bittere ist erkennbar, was einen perfekten Gegenpol ergibt. Ausserdem erkenne ich ganz wenig Umami, was zusammen mit der dezenten Säure den runden, ausgewogenen Geschmack wunderbar vervollständigt. Die Textur ist prickelnd, vollmundig und samtigweich.


5. Der Nachtrunk

Auch im Nachtrunk überwiegt die Malzsüsse, allerdings wird die Säure etwas deutlicher. Die Nachhaltigkeit ist mittel bis lang – und retronasal kommen wieder die leichten Zitrusnote zum Vorschein.

Insgesamt wird mir durch die Degustation einmal mehr bewusst, weshalb ich das «Heitere Kloster» so liebe. Es hat einfach alles, was mir an einem Bier schmeckt: Es ist rund und ausgewogen – mit vollmundigem Geschmack und doch mit einem durch die Säure bedingten Trinkfluss, der einfach Freude macht.

hungrig?

Ich selbst kann das «Kloster» bei jeder Gelegenheit trinken. Müsste ich es jedoch zu Essen empfehlen, so würde ich es zu hellem Fleisch servieren: Geflügel, Kalb – aber auch zu Fisch oder nicht allzu rezentem Käse. Und auch einen Fruchtsalat könnte ich mir ganz gut vorstellen dazu. Aber probiert es selbst aus und schreibt mir eure Entdeckungen!

Prost! Euer Remo.

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