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Das Arbeitspferd. Eines von uns.

Seit April 2011 lassen wir die Tradition der Eichhof-Brauerei wieder aufleben und haben das vierspännige Fuhrwerk erneut in Betrieb genommen. Bei uns werden Zugpferde der Rasse Wladimirer Kaltblut eingesetzt. Sie sind sanftmütig und ausgeglichen und verfügen über eine echte russische Seele. Ihre herausragendsten Eigenschaften sind ihre Zugstärke und ihr Leistungswille.

Leider werden Arbeitspferde heute kaum noch benötigt. Das Wladimirer Kaltblut ist deswegen vom Aussterben bedroht. Fünf neue Pferde konnten wir erstehen. Wir sind stolz, ein wenig zum Fortbestand dieser stolzen Pferderasse beitragen zu können. Die Namen unserer fünf Wladimirer sind Gustav, Guliver, Gibnos, Gulfja und Waspetaja.

Bis 1993 waren Shire Horses unsere Brauereipferde. Auch die Shire Horses sind Kaltblüter. Ihr Spitzname lautet Gentle Giant – gutmütiger Riese. Ursprünglich waren sie englische Ritterpferde, nervenstark und klug. Später arbeiteten sie in der Landwirtschaft und wurden oft als Kutschpferde für englische Brauereien eingesetzt.

Davor kam die Kaltblut-Pferderasse Percheron aus dem Perche Gebiet in Nordwestfrankreich bei uns zum Einsatz. Die Percherons sind sehr gutmütige Tiere. Sie sind ebenfalls nervenstark und für Festumzüge gut geeignet. Wir sind ihnen für ihre langen und treuen Dienste sehr dankbar.

 

Biertransport anno dazumal. Das Fuhrwerk.

Fuhrwerke werden schon seit circa 6000 Jahren genutzt. Vor allem die Kelten waren führend im Wagenbau. Sie bauten zum Beispiel die ersten Stossdämpfer ein. Die lenkbare Vorderachse wurde schon 3000 v. Chr. erfunden und leider im Mittelalter wieder vergessen.

Ein gutes Geschirr ist für ein Fuhrwerk besonders wichtig. Bis zum 9. Jahrhundert gab es nur das Joch für den Einsatz von Rindern. Dann wurde das Kummetgeschirr erfunden, das das Einspannen von Pferden erheblich erleichterte.

Genauso wichtig wie die Technik waren gut ausgebaute Strassen. Für die schlechten Strassen des Mittelalters waren geschlossene Wagenkästen viel zu schwer. Erst ab Anfang des 19. Jahrhunderts besserte sich die Situation durch die Verlegung von Schienen. Denn die ersten Güterzüge wurden von Pferden gezogen, z.B. auf der Strecke Budweis–Linz–Gmunden. Und auf den verbesserten Strassen fuhren immer mehr Postkutschen. Die Geschwindigkeit konnte von 2 km/h (im Jahr 1700) auf 10 km/h (1850) gesteigert werden.

 

Einer von uns macht die Hufe.

Für unser Fuhrwerk brauchen wir natürlich auch einen guten Fuhrhalter. Dafür ist bei uns Hufschmied Fredi Hess zuständig. Ein echter Obwaldner aus Engelberg. Schon als Kind war er immer mit dabei, wenn Pferde in der Kutscherei seiner Gemeinde beschlagen wurden. Diese Arbeit hat ihn so sehr fasziniert, dass er später Hufschmied wurde. Er hilft uns, die Geschichte des Pferdefuhrwerks am Leben zu halten und ist bei allen Ausfahrten mit dabei.