Der Genuss eines guten Bieres verlangt keine besonderen Kenntnisse. Man sollte vorurteilslos darangehen, mit Interesse an Bier sowie etwas Scharfsinn, um Aroma- und Geschmacksnoten ohne Furcht vor Gespött herauszudeuten.
- Bierprobe: Bei Tageslicht lassen sich Farben besser beurteilen. Musik kann ablenken. Vermeiden Sie Zigarettenrauch, Kochgerüche und Parfüme. Zur Beurteilung sollten alle Biere aus dem gleichen Glastyp probiert werden. Ein grosses, klares Weinglas mit einer das Aroma begünstigenden Rundung wäre ideal.
- Biertemperaturen: Die vorgeschlagenen Serviertemperaturen sind Vorschläge, wie sie im Restaurant ausgeschenkt werden sollen. Zur Vergleichs- und Beurteilungszwecken entfalten sich Aroma und Geschmacksnoten am besten bei Zimmertemperatur.
- Reihenfolge der Biere: Beginnen Sie mit den hinsichtlich Geschmacksintensität vermutlich leichtesten Bier und arbeiten Sie sich "nach oben".
- Wie viele Biersorten: Schon fünf oder sechs Biere können den Gaumen überfordern und zehn, zwölf sind sicher mehr als genug. Um ein Bier richtig schmecken zu können, muss die Bittere im hinteren Mundraum gespürt werden. Biertester schlucken wenigstens einen Teil hinunter. Ausspucken wie bei Weinverkostern ist weniger üblich. Alkohol beeinträchtigt Ihre Sinne.
- Prüflisten: Beim Biervergleich dient eine Prüfliste als Gedächtnisstütze. Der Einfachheit halber vergibt man Noten für Typentreue (wird das Bier dem etikettierten Typ gerecht?), Aussehen (Krone, Farbe, eventuelle Klarheit), Aroma (angenehm, anregend, vielfältig, typengerecht?), Geschmack (gleiche Kriterien) und Abgang (entwickelt sich ein Nachgeschmack oder verschwindet es "grusslos"?).
- Dazwischen: Brot, Cracker oder Matzen neutralisieren den Gaumen. Speisen mit Eigengeschmack – etwa Salzbrezln – vermeiden, ebenso Butter und Käse, deren Fetthaltigkeit das Bier übertönt. Geschmacksneutrales, stilles Wasser in grossen Mengen ist die beste Lösung.
(Quelle: Michael Jackson – Bier, Mondo Verlag)