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Hier braut sich was zusammen.

Ein Braumeister ist ein wahrer Meisterkoch. Und dazu müssen weit mehr Voraussetzungen und Erfahrungen vorhanden sein, als man denkt. Denn schliesslich macht auch das Spiegelei den Koch nicht zum Künstler.

Das von der Mälzerei gelieferte Malz muss in der Brauerei zuerst geschrotet werden. Verschiedene Malzgrade ergeben dabei entweder groben Griess, feinen Griess oder Mehl. Ausserdem werden für die Herstellung eines Bieres oft verschiedene Malzsorten verwendet. Die richtige Kombination von Malzsorten und Malzgraden ist die Grundvoraussetzung für die Qualität und den Charakter eines Bieres. Das Schrot kommt in die Maischpfanne, wo es mit Wasser gemischt, erhitzt oder zum Teil sogar gekocht wird. Denn erst die Beigabe von Wasser sowie die Erhitzung aktivieren die Enzyme und bringen diese Entfaltung. Dieses Einmaischen kann je nach Bier von zwei bis sechs Stunden dauern und lässt sich mittels verschiedener Verfahren erreichen. Daraus entsteht einerseits die Würze und andererseits der Treber. Während der Treber als natürliches Viehfutter der Landwirtschaft wieder zugeführt wird, kommt die Würze für die Weiterverarbeitung in die Würzpfanne.

Hier wird der Brauer zum Sterne-Koch.
In der Würzpfanne kommt das Brauverfahren in seine entscheidende Phase. Der Hopfen muss hier zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung der Würze beigegeben werden. Dafür braucht es nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch eine grosse Erfahrung, denn hier wird aus den Zutaten das eigentliche Hauptgericht kreiert. Die Bitterstoffe des Hopfens gehen dabei in die Flüssigkeit über und schaffen einen Ausgleich zu dem süsslichen Malzgeschmack. Der wertvollere Aromahopfen wird dabei erst kurz vor Ende der Kochzeit beigegeben, um durch das lange Kochen seine Wirkung nicht zu verlieren. Das alles bedingt ein optimales Zusammenspiel, um die gewünschte Qualität der Würze zu erhalten und den Vorstellungen eines köstlichen Bieres näher zu kommen.

Das grosse Finale.
Was der Brauer bis jetzt geschaffen hat, nennt man Hopfentee und ist nichts weiter als ein gewürztes Malzgetränk. Erst die Hefe macht dank der Gärung daraus das beliebte alkoholische Getränk. Bei der Gärung unterscheiden wir die Ober- und Untergärung. Welches Bier gegärt wird, hängt ganz vom wünschbaren Getränk ab. Der Gärprozess verwandelt Malzzucker zu Alkohol und Kohlensäure und trägt einen wesentlichen Teil zum Geschmack und der Haltbarkeit des Bieres bei. Das daraus entstandene Jungbier wird nun aber noch im Lagertank zur Reife gebracht. Es dauert mehrere Wochen, in Einzelfällen sogar Monate, bis das Jungbier völlig ausgereift ist. Es hat sich dabei mit natürlicher Kohlensäure angereichert und seine aromatischen Bestandteile sind zu einer harmonischen Einheit geworden. Jetzt gilt es nur noch das Bier je nach Wunsch zu filtern, um das fertige Produkt zu erhalten und so die Gaumenfreude der Bierkenner aufs Angenehmste zu kitzeln.