Es kommt uns wie ein Geheimnis vor, wenn aus zuckerhaltigen Säften der Früchte und stärkehaltigen Getreide oder Kartoffeln nach vorgängiger Verzuckerung wertvoller Alkohol entsteht. Es bedarf fundiertes Wissen, Liebe zum Produkt, Geduld und Anstrengung sowie ein wenig auch des Glückes, um aus diesen Rohstoffen über die Brennblase wohlschmeckende Destillate - gewissermassen "Herzstücke der Natur" - zu gewinnen.
Der grosse griechische Philosoph Aristoteles, der 384 - 322 vor Christus lebte, erkannte bereits das physikalische Prinzip der Destillation, also Verdampfung und Kondensation. Er zog jedoch daraus keinen praktischen Nutzen.
Das "aqua ardens", das brennende Wasser, fand schliesslich als Heilmittel und als Rauschtrunk im 12. Jahrhundert Einzug in christliche Klöster und später auch in fürstliche Experimentierstuben.
Vom berühmten Arzt Paracelsus (1493 - 1543) wurde für gebranntes Wasser endgültig das arabische Wort "Alkohol" geprägt. In seiner Heilkunst spielte die Vermählung von Duft- und Geschmackstoffen aus Kräutern, Früchten, Wurzeln und Blüten mit dem Alkohol zum "Aquavit" eine wichtige Rolle.
Hochprozentige Getränke bleiben keineswegs nur eine Angelegenheit für starke Männer. Im richtigen Mass genossen, bedeuten sie vollendeter Genuss für besondere Stunden. Nach wie vor bezeichnen die Franzosen, die in ihrer Kultur immer schon das Leibliche besonders schätzen, Obstspirituosen als "eau de vie" also als "Lebenswasser".










